Mehrlesen. Juli 2019

Cherry

Kurzbesprechungen

Zu Dort Dort darf ich leider noch nichts schreiben, weil es erst im Laufe des Augusts erscheint. Ich möchte euch aber dringend dazu raten, es im Auge zu behalten, denn es ist ein wahnsinnig gelungenes Buch über geraubte Wurzeln und die Suche nach Heimat.


Der Pinguin sucht das Glück  ★★★★☆ (4,5)

Bereits Die Ziege auf dem Mond vom Autor/Illustratorin-Team Stefan Beuse und Sophie Greve hat mir letztes Jahr im August unheimlich gut gefallen. In diesem neuen Bändchen nehmen sie uns mit zum kleinen Pinguin, der glaubt, das Glück im Pinguinsein gefunden zu haben. Täglich arbeiten gehen, anderen Pinguinen Versprechen verkaufen und sehr viel Geld verdienen, das ist die Devise seines Lehrers. Doch irgendwie scheint der kleine Pinguin damit absolut nicht glücklich zu werden und lernt bald, dass er seinem Mentor noch so einiges über Freundschaft, Zufriedenheit und dem heiß begehrten Glück beibringen kann. Mit Pinguinen kriegt man mich ja immer, aber dieses Buch ist neben seiner hübschen Gestaltung auch noch sehr klug und eben gar nicht nur für Kinder gedacht, sondern für alle Menschen, die das wirklich Wichtige manchmal aus den Augen verlieren.

Genau richtig  ★★★★☆

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Gaarders Sofies Welt gefühlte tausend Mal begonnen, bis heute aber nie beendet habe. Sein neues, wesentlich dünneres Buch Genau richtig konnte mich dagegen sofort für sich gewinnen. Er erzählt dabei in Form eines Briefes über das tragische Schicksal eines Mannes, der gerade erfahren hat, dass er an einer tödlichen Krankheit leidet, die ihn in den nächsten Jahren qualvoll dahinraffen wird. Aber wie soll er nun handeln? Sich umbringen, um damit seinen Liebsten und sich selbst die spätere Qual zu ersparen, oder weitermachen wie bisher? Zwischendurch wird es natürlich ganz schön philosophisch, jedoch verliert der Autor sich nicht in diesen Gedanken und bringt seine Geschichte zufriedenstellend zu Ende. Ich habe es gern gelesen und kann es mir gut als Geschenkbuch für Menschen vorstellen, denen es selbst nicht so gut geht oder die mit dem eigenen Leben hadern.

Ich, der Roboter  ★★★☆☆ (3,5)

Nach meiner eher enttäuschenden Erfahrung mit Ian McEwans Maschinen wie ich hatte ich große Lust auf mehr aber besser durchdachte künstliche Intelligenz. Deswegen griff ich zu einem alten Klassiker vom berühmten SciFi-Autor Isaac Asimov. In diesem Kurzgeschichtenband erzählt die erste Robotpsychologin über ihre Erfahrungen mit den Anzeichen selbstständiger Intelligenz von Robotern. Neben drei wirklich guten Geschichten, die mir genau das gaben, was ich von diesem Werk erwartete, gab es einige Erzählungen im mittleren Teil des Buches, die immer wieder nach dem selben Schema funktionierten und dadurch recht langweilig wurden. Trotzdem finde ich es großartig, dass Asimov diese Ideen bereits 1950 zu Papier brachte und somit seiner Zeit Jahrzehnte (vielleicht sogar Jahrhunderte, denn wer weiß schon, was noch kommen mag) voraus war.

Der Wald  ★★★☆☆ (3,5)

Nachdem ich im März meine Zeit mit dem Hörbuch zum großartigen Die Farbe von Milch verbringen durfte, freute ich mich schon sehr auf das neue Buch der Autorin. Leider kam es für mich nicht ganz an den Vorgänger heran. Darin wird eine Mutter-Sohn-Geschichte in zwei Zeitebenen erzählt: während des zweiten Weltkriegs in Polen und viele Jahre später in England. Die erste Hälfte hat mich kaum packen können und überzeugte nur durch die authentische Wiedergabe von Verzweiflung und Trauer. Die zweite Hälfte war dagegen wesentlich interessanter und beschäftigte sich mit den Schwierigkeiten zwischen Sohn und Mutter, die sich gewiss lieben, aber das Gefühl haben, dem anderen nicht alles sagen zu können. Vor allem dann, wenn es um den eigenen, unkonventionellen Lebensstil des Sohnes geht, der von der konservativen Mutter erst einmal akzeptiert werden muss.

Die kleine Dame  ★★★☆☆ (3,5)

Die kleine Dame war bisher immer eine Buchreihe, die ich in der Buchhandlung gern empfahl, obwohl ich gar nicht so richtig wusste, worum es eigentlich ging. Schande über mich! Jetzt weiß ich jedoch, dass ich in der Vergangenheit keine schlechte Entscheidung getroffen habe, denn hinter den Buchdeckeln verbirgt sich  eine kleine, süße, lustige Geschichte über ein Mädchen und ihre Freundschaft zur kleinen Dame, die eben nicht nur klein, sondern auch eine unsichtbarmachende Forscherin ist. Von Katharina Thalbach gelesen macht das Ganze dann gleich doppelt Spaß, für eine "Erwachsene" reicht ein Band aber auf jeden Fall aus. Eine kleine Süßigkeit für zwischendurch und nebenbei ein Buch (auch) für Mädchen, was nicht pinkglitzernd daherkommt.




Worauf ich mich im August freue?

1 Kommentare:

  1. Huhu!

    Von "Dort Dort" hab ich noch gar nichts gehört bisher ... auf den vielen Neuerscheinungslisten bei Bloggern ist das noch gar nicht aufgetaucht, da bin ich ja jetzt mal gespannt :)

    Jostein Gaarder! Ich hab Sophies Welt damals gelesen, ich weiß nicht mehr wie alt ich war, jedenfalls noch ein Teenager, ich habe das damals geliebt! Und hab dann auch seine anderen Bücher gelesen, aber keins kam an das heran.
    Das neue klingt aber auch nicht schlecht, das werde ich definitiv mal im Hinterkopf behalten. Allerdings muss ich auf solche Bücher wirklich grade Lust haben.

    Ich wünsch dir einen wunderschönen und lesereichen August :)

    Liebste Grüße, Aleshanee
    Mein Monatsrückblick

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