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FILMGEDANKEN: Love, Simon | Christopher Robin | Das Zeiträtsel | Am Strand

Cherry

Love, Simon war genau das, was ich erwartet hatte: eine amüsante Teenagerkomödie über das Coming Out eines schwulen Jungen. Ich fand die Verfilmung dabei genauso gut wie die literarische Vorlage und habe mich manchmal sogar noch besser unterhalten gefühlt. Leider zeigt der Film dafür aber auch genau die gleichen Schwächen wie das Buch, ihm fehlt die Tiefe, um ernst genommen zu werden und vermittelt in meinen Augen auch nicht die Botschaft, die ich mir beim Thema gleichgeschlechtliche Liebe wünsche. Süß, ja, lustig, ja, kurzweilig, ja, aber wirklich aufwühlend? Nein. Zugegeben, das war wahrscheinlich weder das Anliegen der Autorin, noch der Filmemacher, aber genau das ist eben der Punkt, der für mich einen Film zu einem guten Film macht. Wer also gern etwas Ernsteres sehen mag, solle doch lieber Call me by your name schauen (Gänsehaut!!!), für etwas Niedliches zwischendurch reicht Love, Simon aber allemal. 

FILMGEDANKEN: Mord im
Orientexpress | ES | Schneemann

Cherry
 
Kenneth Branagh, Regisseur und Hauptdarsteller in der neuen Adaption zu Agatha Christies Mord im Orientexpress, hat wirklich versucht, alles aus der Geschichte rauszuholen, was möglich war, um sie kinotauglich zu machen. Die Zuschauer*innen erleben eine kleine Vorgeschichte, in der der Meisterermittler Hercule Poirot schon einmal probeweise einen Fall löst und sich als penible Person mit autistischen Zügen herausstellt; diverse Szenen werden mit ein wenig Action aufgeladen, damit keiner bei den vielen Dialogen einschlafen muss; ein paar der Figuren werden verändert, damit die Starbesetzung auch Sinn ergibt und voilà, schon sind die meisten Kinobesucher*innen zufrieden.

FILMGEDANKEN (German Edition):
Die Mitte der Welt | Tschick

Cherry

Wer meine Rezension zu Die Mitte der Welt gelesen hat, weiß, wie sehr ich Autor und Buch vergöttere. Es waren Zeitlosigkeit und tiefe Gefühle, die mich von diesem wunderbaren Roman überzeugten, sodass mir bis jetzt sehr viele Kapitel in Erinnerung geblieben sind. Es fiel mir also nicht schwer, die übernommenen und veränderten Szenen ausfindig zu machen und bewerten zu können. 

"Die Insel der besonderen Kinder"
(Film & Graphic Novel)

Cherry

Fünf Tage brauchte ich, um das Filmerlebnis von Tim Burtons Adaption zu Die Insel der besonderen Kinder zu verdauen. Das lag keinesfalls daran, dass ich den Film dermaßen schlecht fand, sondern an meiner Einstellung dazu. Diesbezüglich hat sich meine Haltung nämlich erst von "Ich möchte eine genaue Kopie des Buches" zu "Dies ist Tim Burtons Version dieser Geschichte" wandeln müssen, um eine faire Bewertung zustande zu bringen. Jedem der das Buch gelesen hat, möchte ich damit nur ans Herz legen, sich nicht zu sehr auf die Buchvorlage zu verkrampfen, dann werdet ihr auch nicht enttäucht. Wer diesem Rat nicht Folge leisten mag, der wird sich auf die ein oder andere Unstimmigkeit gefasst machen müssen.